ÜBER DAS PROJEKT

Wissenschaftliche Erkenntnis kann keineswegs zureichend als kognitiver Prozess mit bestimmten methodischen Voraussetzungen beschrieben werden, vielmehr muss die wissenschaftliche Erkenntnis als Resultat eines sozialen und technischen Konstruktions- und Herstellungsprozesses beschrieben und verstanden werden. (Karin Knorr – Cetina, Soziologin und Wissenschaftstheoretikerin)

Wissenschaf(f)t Kunst ist eine Projektreihe, die von Gabriele Baumgartner und Julia Dorninger ins Leben gerufen wurde, mit dem Ziel, eine Kategorisierung bzw. Hierarchisierung von verschiedenen Wissensformen aufzuheben. Mittels unterschiedlichen Formaten soll hinterfragt werden, inwieweit über künstlerische Prozesse theoretisches mit performativen Wissen verknüpft werden kann. Die von verschiedenen KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen getragene Projektreihe stellt Fragen nach Bedingungen und Möglichkeiten von Wissensproduktion im künstlerischen Kontext und wie dieses Wissen in gesellschaftlich relevante Themen übersetzt werden kann. Daher liegt der Fokus auch auf dem Wissenstransfer, um einen kommunikativen Austausch zwischen Kunst und anderen Bereichen zu ermöglichen.  

Gabriele Baumgartner:

"Das Projekt „Wissenschaf(f)t Kunst“ vereint für mich zwei sehr essentielle Bereiche. Die wissenschaftliche Forschung ist für mich als Kunsthistorikerin Basis meines Kunstverständnisses. Als Kuratorin möchte ich Betrachterinnen und Betrachtern den Zugang zu Kunst vermitteln, die Arbeiten in einem guten Rahmen präsentieren und die Künstlerin oder den Künstler und ihr Denken näher vorstellen. Ich möchte mit meiner Arbeit eine Schnittstelle zwischen künstlerischem Schaffen und dem Wissen darüber sein."

Julia Dorninger:

"Ich bin die Tochter eines Wissenschaftlers und einer Künstlerin. Beeinflusst von diesen Vorbildern kam es mein künstlerisches Leben lang in mir zu einem Interessenskonflikt zwischen theoretischer Forschung und künstlerischer Praxis. Einerseits waren für mich naturwissenschaftliche Zugänge und der Wunsch nach Funktionalität ausschlaggebend, andererseits wollte ich meinem emotionalen Erleben Ausdruck verleihen. Mit der Projektreihe Wissenschaf(f)t Kunst habe ich nun die Möglichkeit, beide Seiten in einem einheitlichen Ansatz zu vereinen."