KONVERGENZEN

16.0ktober bis 19.oktober 2018

Eröffnung: 16.Oktober 2018, 19 Uhr

Workshop: 17.Oktober 2018, 19 Uhr

Atemlinien I Mag. Charlotte Weiss, Akademische Atempädagogin Und Sängerin

Philosophischer Abend: 18.Oktober 2018, 19 Uhr

Linea I Doz. Ddr. Mădălina Diaconu, Dozentin Für Philosophie An Der Universität Wien

 

Ausstellungsdauer: 17.Oktober - 19.Oktober 2018

Ort: Kulturdrogerie I Gentzgasse 86-88/1-2 I 1180 Wien

Öffnungszeiten: Mi, Do, Fr 16 Uhr Bis 19 Uhr

Barbara Höller, Künstlerin der Ausstellung Konvergenzen

Über Kunst und Mathematik

Mathematische Begriffe werden mithilfe einer Reihe von oft sehr einfachen Festlegungen, die man Axiome nennt, definiert - so zum Beispiel die Zahl Null. Sie ist also eine reine Hypothese. Für mich liegt darin die Faszination der Mathematik. Meinen Zeichenprozess vergleiche ich mit dem Weg des Problemlösens über mathematische Gleichungen. In beiden Fällen handelt es sich um eine sehr offene Vorgangsweise. In Analogie zum Wahrheitsgehalt schöner Formeln in der Mathematik geht es auch in meiner Kunst um das Setzen richtiger Parameter, um ein ästhetisches Moment zu evozieren. Dabei spielt die Zeit der Wissensaneignung für mich eine große Rolle, ohne der eine spontane Linie nicht möglich wäre. Diese kommt vom Kopf über das Herz zur Hand und wird erstmals zum Punkt, geht weiter, und wenn meine Hand mit dem Stift vom Papier weggeht, setzt sich die Linie in Gedanken fort.

 

Interview: Gabriele Baumgartner und Julia Dorninger, Juli 2018

Christian Murzek, Künstler der Ausstellung Konvergenzen

Über Kunst und Philosophie

In meiner künstlerischen Arbeit hinterfrage ich den Umgang mit digitalen Technologien und Medien. Im Fokus steht dabei die Frage, inwieweit wir uns von diesen Hilfsmitteln abhängig machen, ohne die dahinterstehenden komplexen Zusammenhänge zu verstehen. Wie werden wir zukünftig gesellschaftspolitisch auf neue Technologien reagieren und wie können wir mit diesen bewusst umgehen, ohne Verantwortung abzugeben? Als wesentliches Merkmal meiner Bildsprache dient mir der zellulare Automat, der 1940 entwickelt wurde, um die Ausbreitung von künstlichem Leben zu simulieren. Die über den zellularen Automaten digital generierten Formen treffen in meinen Arbeiten auf die analogen Medien Zeichnung und Malerei. Durch das Wechselspiel zwischen den sterilen computergenerierten und den malerischen sowie zeichnerischen Elementen als Spuren des menschlichen Eingriffs entsteht die dynamische Formensprache meiner Werke.

 

Text: Christian Murzek, 2018

Anna Reisenbichler,  Künstlerin der Ausstellung Konvergenzen

Über Kunst und Kunstgeschichte

Meine künstlerische Arbeit dreht sich um das Potential von Dokumentation, Information, Rezeption und Diskurs. Der Gehalt von Information hängt immer davon ab, wer diese in welchem kulturellen Kontext austauscht. Eine objektive Dokumentation gibt es ebenso wenig wie eine neutrale Rezeption. Entscheidend für letztere ist, wie man gelernt hat, bestimmte Kodierungen zu entschlüsseln und Informationsinhalte zu lesen. Dabei ermöglicht die Einbindung in eine konkrete Diskurssituation, der Information ein klares, semantisches Ergebnis zu geben; ändert sich die Diskurssituation, ändert sich auch der Gehalt der Information. Den Ausgangspunkt für die Serie P.A. bilden unterschiedliche Darstellungen von Natur sowie naturwissenschaftliche Illustrationen und Schemata. Diese Bilder erheben alle den Anspruch, eine Form von Realität abzubilden und zeigen gerade dadurch deren Relativität und Arbitrarität auf. P.A. stellt Fragen nach der Faktizität von Naturabbildung sowie nach tendenziöser Wissensspeicherung.

 

Text: Anna Reisenbichler, 2018

Denise Schellmann,  Künstlerin der Ausstellung Konvergenzen

Über Kunst und Pharmazie

Die Natur übte schon immer eine große Anziehungskraft auf mich aus. Als Künstlerin versuche ich, der Thematik eine zusätzliche Dimension zu geben. Die Arbeit, die ich als Pharmaziestudentin im Labor machte, war für mich rückblickend auch eine künstlerische. Ich habe damals neue Substanzen entwickelt, mir überlegt, wie deren Molekülstrukturen ausschauen könnten. Die visuellen Ergebnisse aus den von mir durchgeführten chemischen Prozessen waren jedes Mal unglaublich spannend. Heute habe ich die gleichen Gefühle, wenn ich ein Bild fertiggestellt habe. Während meiner Forschungstätigkeit habe ich versucht, den Raum zwischen den Molekülen zu verstehen. Diese Zwischenräume sehe ich auch in meinen Zeichnungen- es sind Spannungsfelder, die ein Bild unbedingt benötigt. Erst durch die Leerräume gewinnt die Arbeit an Dichte und Tiefe.

 

Interview: Julia Dorninger und Katharina Tentschert, März 2018

Victoria Vinogradova,  Künstlerin der Ausstellung Konvergenzen

About art and art history

I am constantly switching between works on paper and three dimensional objects. Drawing remains a constant part of my artistic practice. It is a certain way of mind functioning, the way of dissecting reality and constructing new visions, the way to play and communicate. A sculpture can come from a sketch or the other way around a drawing can be based on a sculpture. It grows into each other. With an art historian and restoration background time dimension enters my game. Time as a long row of references popping up in my head and shaping a peace to a certain extent. Time as an interest for patinated materials, objects with history and time-consuming medieval techniques. This luggage of knowledge merges with my everyday experience.

 

Text: Victoria Vinogradova, 2018